Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
Auch private Krankenversicherungen übernehmen i.d.R. die Kosten
(gemischte Krankenanstalt).
TORTIKOLLIS
Tortikolis
Manche Autoren schreiben diesen Begriff auch nur mit einem l (Tortikolis)
Mit Tortikollis (Torticoll
is) wird der Schief hals
bzw. die Schiefhaltung
des Kopfes bezeichnet. Der Begriff "Tortikollis" beschreibt nur das Symptom
(= Krankheitszeichen),
nicht aber die Ursache. Diese kann angeboren oder aber erworben sein.
Allerdings gibt es auch den psychogenen (= psychisch
bedingten) Tortikollis (Tor ticollis mentalis). Dabei wird
infolge eines Tics der
Kopf zur Seite gedreht und zur
Schulter
herabgezogen.
Tortikollis -Formen mit organischer Ursache
Spastischer
Tortikollis
(Tor ticollis spasticus)
Weitere
Synonyme (=
weiter Bezeichnungen) für dieses
Krankheitsbild sind: Tor ticollis
spasmodicus, Caput obst ipum
(hyperkinetische
Bewegung
sstörung).
Es liegen Spasmen
(= Verkrampfungen)
der Hals
muskeln
vor, hauptsächlich der Kopfnicker. Der spastische Schief hals
tritt öfters nach frühkindlichen Hirnschäden oder Enzephalitis
(= Gehirnentzündung)
auf.
Neurogener
Tortikollis
bei auf
Nacken - und Halsmuskeln begrenzter Torsionsdystonie (= seltene
Erbkrankheit mit Koordinationsstörungen), der sog. Tic rotatoire.
Therapeutisch kann bei 1) und 2) ein Versuch mit
Botulinustoxin (= ein
Nahrungsmittelgift) unternommen werden. Die Wirkung beruht
auf einer Entkrampfung der im
Schmerz
bereich krankhaft übererregten
Muskeln.
Öfters ist auch ein Behandlungsversuch mit dem zentralen (=
im
Rücken
mark / Gehirn wirkenden) Muskelrelaxans (=
Mittel zur Muskelentspannung) Baclofen lohnend.
Angeborener muskulärer Tortikollis (Tor ticollis muscularis congenitus)
Meist infolge einseitiger,
angeborener Fehlbildung (Verkürzung) des M. sternocleidomastoideus (=
schräg verlaufender Halsmuskel),
oft auch nach geburtstraumatischem (=
Verletzung bei der Geburt)
Muskelriß und hämatombedingt (=
bedingt durch einen Bluterguß).
Es besteht eine typische Neigung des Kopfes zur kranken, des Kinns zur gesunden
Seite bei verkürztem Mus kel.
Später kommt es zu einer Schädelasymmetrie (Gesicht
s
skoliose)
und
Skoliose
(= Seitausbiegung,
Wirbelsäulenverkrümmung) der
Halswirbelsäule.
Therapie: Im 1. Lebensjahr Lagerung des Kopfes in natürlicher Stellung
und passive Dehnungsübungen. Falls diese Maßnahmen nicht erfolgreich sind,
wird man sich zur Operation entschließen.
Ossärer (=
die
Knochen betreffender) Tortikollis (Tor ticollis osseus, Kurzhals)
Angeboren als Klippel-Feil Syndrom mit
Blockwirbel (= Verschmelzung von 2 oder mehr Wirbelkörpern)
und Kurzhals.
Ein ossärer Tortikollis kann auch nach Wirbelbrüchen, die in Fehlstellung
verheilen, auftreten.
Atlanto-epistrophealer
Tortikollis
(Grisel
Syndrom)
Synonyme (= weitere Bezeichnungen):
Tor ticollis
atlantoepistrophealis, Tor ticollis
Infectiosus (postinfektiöser Schief hals)
Nach Entzündungen des
Nase
n-
Rachen-Raums vorkommender schmerzhafter Schief hals
durch Verdrehung u. seitliche Luxation
(=
Verrenkung) des Atlas im
Atlantoaxialgelenk (= Verbindung zwischen
HWK1 und 2).
Aurikulärer Tortikollis: Infolge
Irritation des Musculus sternocleidomastoideus (=
schräg verlaufender Halsmuskel) bei
Otitis media (=
Mittelohrentzündung).
Kutaner Tortikollis: Durch Hautnarbenzug
z.B. nach einer Verbrennung.
Okulärer Tortikollis: Als Folge einer
Augenmuskellähmung mit typischer kompensatorischer Kopfhaltung zur Vermeidung
von Doppelbildern.
Akuter Tortikollis
(Tor ticollis acutus)
Das sog.
Zervikalsyndrom
(oft auch als
HW
S-Syndrom oder
Schulter-Arm-Syndrom
bzw.
Nacken-Schulter-Arm-Syndrom
bezeichnet) ist
ein Sammelbegriff für Störungen verschiedenster Ursachen im Bereich des
Halses, des Schultergürtels und der
Arme. Die mit Abstand häufigste Ursache
sind von der
Halswirbelsäule ausgehende Störungen, hauptsächlich im Bereich
der gelenkigen Wirbelverbindungen, die sog. "Wirbelblockierungen". In
der Regel klagen die Patienten über
Nackenschmerzen, die in die
Schu ltern,
manchmal bis in die Ar me und/oder auch in den
Hinterkopf (z.T.
bis zur
Stirn) ausstrahlen können. Meist ist die
Muskulatur
neben der
Wirbelsäule verhärtet,
häufig verbunden mit einer schmerzhaft eingeschränkten Kopfbeweglichkeit.
Vielfach besteht auch Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen der Halswir belsäule.
Heftigste Schmerzzustände mit
Muskelhartspann und dadurch erzwungener Fehlhaltung (Schiefhaltung) werden als
„akuter
Tortikollis“ bezeichnet. Der Übergang in eine chronische
Form ist nicht selten.
In der Regel kommt eine Schmerztherapie nur bei den erworbenen Tortikollis -Formen in Frage, v. a. bei von der Halswir belsäule ausgehenden Störungen (Halswirbelsäulensyndrom). Werden doch nichtselten bei uns Patienten mit einem Tor ticol lis behandelt, bei denen Botulinum nicht angeschlagen hat oder korrigierende Operationen nicht zu einer Schmerz linderung führten.
Medikamentöse Schmerzbehandlung
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Gerade bei einem
Tortikollis ist darüber hinaus auch die Verordnung von
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) sinnvoll.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika ((z.B. Tramadol,
Tilidin, Oxycodon (Tilidin
oder Oxycodon auch kombiniert mit Naloxon) oder Morphin)) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber
auch bei diesen Sch
merzen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder auch
Neuroleptika hilft in vielen
Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Bei persistierenden (= weiter bestehenden) Schmerz en sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von lokalen Betäubungen, Leitungs- und Grenzstrangblockaden.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei diesen Blockadebehandlungen auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethoden besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich sind.
Grenzstrangblockaden bzw.
Sympathikusblockade
n:
Beim schmerzhaften Tortikollis ist auch die wiederholte
Blockade des Ganglion stellatum
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wird mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe: http://www.dystonie.de/v2/content/316010.htm
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